Wieviel Urlaub bei Minijob? Anspruch berechnen mit Tabelle
Wieviel Urlaub bei Minijob zusteht, hängt allein von Ihren Arbeitstagen pro Woche ab: Gesetzlich sind es mindestens 24 Werktage bei sechs Tagen, also vier Urlaubstage je wöchentlichem Arbeitstag. Wer zwei Tage pro Woche jobbt, hat damit mindestens acht bezahlte Urlaubstage im Jahr.
Viele Minijobber wissen das nicht, und manche Arbeitgeber erwähnen es nicht. Dabei gilt das Bundesurlaubsgesetz für Aushilfen genauso wie für Vollzeitkräfte. Hier lesen Sie, wie Sie Ihren Anspruch ausrechnen, was bei unregelmäßigen Einsätzen gilt und was mit Resturlaub passiert.
✅ Das Wichtigste in Kürze
- Mindesturlaub nach § 3 BUrlG: 24 Werktage im Jahr, gerechnet auf eine Sechs-Tage-Woche.
- Formel für Minijobber: Arbeitstage pro Woche × 24 : 6. Die Stunden pro Tag zählen nicht.
- Im Urlaub läuft der Lohn weiter, bemessen am Durchschnitt der letzten 13 Wochen.
- Der volle Anspruch entsteht nach sechs Monaten, vorher gibt es ein Zwölftel pro vollem Monat.
- Endet der Job, werden offene Urlaubstage ausgezahlt.
So berechnen Sie Ihren Urlaubsanspruch im Minijob
Ausgangspunkt ist ein Satz aus dem Jahr 1963, der bis heute unverändert gilt. Laut § 3 des Bundesurlaubsgesetzes beträgt der Urlaub jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage zählen alle Kalendertage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, das Gesetz geht also von einer Sechs-Tage-Woche aus.
Kaum jemand arbeitet im Minijob an sechs Tagen. Deshalb wird der Anspruch umgerechnet:
Arbeitstage pro Woche × 24 : 6 = Urlaubstage pro Jahr
Die Minijob-Zentrale stellt auf ihrer Seite zum Urlaubsanspruch im Minijob klar, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Stunden Sie arbeiten, sondern an wie vielen Tagen. Ob Sie drei oder acht Stunden an der Kasse stehen, ändert an der Zahl der Urlaubstage nichts. Pro freiem Tag bekommen Sie eben nur das bezahlt, was Sie an diesem Tag sonst verdient hätten.
| Arbeitstage pro Woche | Gesetzlicher Mindesturlaub pro Jahr | Entspricht |
|---|---|---|
| 1 Tag | 4 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
| 2 Tage | 8 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
| 3 Tage | 12 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
| 4 Tage | 16 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
| 5 Tage | 20 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
| 6 Tage | 24 Urlaubstage | 4 Wochen frei |
Die letzte Spalte zeigt den Kern der Regel. Jeder bekommt vier Wochen Erholung, egal wie oft er arbeitet.
Rechenbeispiele
Eine Studentin kellnert freitags und samstags in einer Bar. 2 × 24 : 6 ergibt 8 Urlaubstage. Nimmt sie alle acht am Stück, ist sie vier Wochen weg.
Ein Rentner trägt montags, mittwochs und freitags Zeitungen aus. 3 × 24 : 6 ergibt 12 Urlaubstage.
Etwas anders sieht es aus, wenn der Betrieb mehr Urlaub gewährt als das Gesetz. Bekommen die Vollzeitkräfte dort per Tarif- oder Arbeitsvertrag 30 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche, dürfen Minijobber nicht ohne sachlichen Grund schlechter gestellt werden. Gerechnet wird dann mit den betrieblichen Werten: Bei drei Arbeitstagen ergibt sich 3 × 30 : 5, also 18 Urlaubstage. Diese Rechnung nennt auch das Magazin der Minijob-Zentrale als Beispiel.
Wenn die Arbeitstage schwanken
Mal zwei Schichten, mal gar keine, dann wieder vier in einer Woche: Bei Aushilfen auf Abruf gibt es keine feste Wochenzahl. Dann zählt das ganze Jahr. Sie setzen Ihre tatsächlichen Arbeitstage ins Verhältnis zu den Arbeitstagen eines Vollzeitbeschäftigten. Bei einer Fünf-Tage-Woche im Betrieb sind das 260 Tage, bei einer Sechs-Tage-Woche 312.
Ein Beispiel mit 78 Einsatztagen im Jahr in einem Fünf-Tage-Betrieb: 20 × 78 : 260 = 6 Urlaubstage. Mit der Sechs-Tage-Basis kommt übrigens dasselbe heraus (24 × 78 : 312 = 6). Eine Nachtschicht, die über Mitternacht reicht, gilt als ein Arbeitstag. Führen Sie bei schwankenden Einsätzen am besten selbst eine Liste, damit Sie am Jahresende nicht auf Schätzungen angewiesen sind.

Was Sie im Urlaub verdienen
Urlaub im Minijob ist bezahlt. Das Urlaubsentgelt richtet sich nach § 11 BUrlG nach dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn, Überstundenzuschläge bleiben außen vor. Im Ergebnis bekommen Sie also ungefähr das, was Sie in dieser Zeit gearbeitet hätten.
Ein Beispiel: Sie verdienen regelmäßig 500 Euro im Monat und nehmen im August zwei Wochen frei. Ihr Augustlohn fällt dadurch nicht geringer aus. Ein Abzug für freie Tage wäre unzulässig.
Davon zu trennen ist das Urlaubsgeld. Diese Extrazahlung schreibt kein Gesetz vor, sie kann sich aber aus Vertrag, Tarif oder betrieblicher Übung ergeben. Hier lohnt ein Blick auf die Verdienstgrenze: Die Minijob-Zentrale nennt für 2026 auf ihrer Seite zum Minijob mit Verdienstgrenze durchschnittlich höchstens 603 Euro im Monat, aufs Jahr gerechnet 7.236 Euro. Einmalzahlungen wie Urlaubsgeld fließen in diese Rechnung ein.
Neu im Job: Wartezeit und Teilurlaub
Den vollen Jahresurlaub erwerben Sie nach § 4 BUrlG erstmals, wenn das Arbeitsverhältnis sechs Monate besteht. Bis dahin sind Sie aber nicht leer. § 5 sieht für jeden vollen Beschäftigungsmonat ein Zwölftel des Jahresurlaubs vor, wenn Sie die Wartezeit im laufenden Kalenderjahr nicht mehr erfüllen. Bruchteile von mindestens einem halben Tag werden auf volle Tage aufgerundet.
Rechnen wir das durch. Sie beginnen am 1. September einen Minijob mit zwei Arbeitstagen pro Woche. Der Jahresanspruch läge bei 8 Tagen. Bis Jahresende sind es vier volle Monate: 8 × 4 : 12 = 2,67, aufgerundet 3 Urlaubstage. Diesen Teilurlaub können Sie auf Wunsch ins nächste Jahr mitnehmen.
Fangen Sie dagegen in der ersten Jahreshälfte an, sind die sechs Monate noch im selben Jahr erreicht, und es steht Ihnen der volle Jahresurlaub zu. Ein Zwölftel pro Monat gibt es außerdem, wenn Sie vor Ablauf der Wartezeit gehen oder nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte ausscheiden.

Resturlaub, Krankheit und das Ende des Minijobs
Verfällt nicht genommener Urlaub?
Laut Gesetz muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Eine Übertragung bis Ende März des Folgejahres ist nur bei dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen vorgesehen (§ 7 Abs. 3 BUrlG). So steht es im Text. Die Rechtsprechung hat diese Regel allerdings deutlich entschärft.
Das Bundesarbeitsgericht hat 2019 entschieden, dass Urlaub in der Regel nur dann am Jahresende verfällt, wenn der Arbeitgeber vorher konkret zur Urlaubnahme aufgefordert und klar und rechtzeitig auf den drohenden Verfall hingewiesen hat. Hat Ihr Chef das nie getan, können alte Urlaubstage also weiter bestehen. Für Fälle langer Krankheit gelten eigene Fristen, die sich aus späteren Urteilen ergeben. Bei größeren Summen aus mehreren Jahren ist eine Beratung bei einer Gewerkschaft oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht sinnvoll.
Krank im Urlaub
Werden Sie während des Urlaubs krank, zählen die Tage mit ärztlich bescheinigter Arbeitsunfähigkeit nicht als Urlaub (§ 9 BUrlG). Ohne Attest geht der Tag dagegen verloren. Melden Sie die Krankheit deshalb sofort und lassen Sie sie bescheinigen.
Auszahlung, wenn der Job endet
Kann der Urlaub wegen des Endes des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden, ist er nach § 7 Abs. 4 BUrlG abzugelten. Bei drei offenen Tagen und 60 Euro Verdienst pro Arbeitstag sind das 180 Euro. Solange das Arbeitsverhältnis läuft, ist eine Auszahlung statt Freizeit nicht vorgesehen. Die Minijob-Zentrale weist darauf hin, dass die Abgeltung zum Verdienst zählt und in der Abrechnung auftauchen muss.
Wieviel Urlaub bei Minijob in Sonderfällen gilt
Zwei Minijobs gleichzeitig: Jedes Arbeitsverhältnis hat seinen eigenen Urlaubsanspruch. Sie rechnen also getrennt für jeden Arbeitgeber.
Minijob im Privathaushalt: Für die Putzhilfe oder Babysitterin gelten dieselben Regeln. Auch sie bekommt bezahlten Urlaub nach der Formel oben.
Unbezahlter Urlaub: Er ist nur nach Absprache möglich und ersetzt den bezahlten Urlaub nicht. Dauert er länger als einen Monat, muss der Arbeitgeber Sie spätestens nach einem Monat ohne Verdienst bei der Minijob-Zentrale abmelden.
Klausel „kein Urlaub“ im Vertrag: Den gesetzlichen Mindesturlaub kann ein Arbeitsvertrag nicht ausschließen. Eine solche Klausel ändert nichts an Ihrem Anspruch. Wenn Sie wissen wollen, wieviel Urlaub bei Minijob genau für Sie gilt, rechnen Sie mit der Formel und Ihren echten Arbeitstagen, und sprechen Sie Ihren Arbeitgeber mit dem Ergebnis an.
Häufig gestellte Fragen: Wieviel Urlaub bei Minijob

