Gesundheit

Energydrinks im Überblick: Was in der Dose steckt und worauf es beim Konsum ankommt

Eine 250-Milliliter-Dose Energydrink enthält rund 80 Milligramm Koffein, etwa so viel wie ein Espresso. Bei einer 500-Milliliter-Dose ist es entsprechend das Doppelte. Energydrinks sind koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, die zusätzlich Taurin, Zucker oder Süßstoffe sowie B-Vitamine enthalten und als Muntermacher beworben werden. Der Markt hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nische zu einem festen Regalbestandteil entwickelt.

Wer eine Dose öffnet, bekommt selten eine klare Vorstellung davon, was genau drinsteckt. Wie reagiert der Körper darauf? Der folgende Überblick ordnet Inhaltsstoffe, Koffeinmengen, rechtliche Kennzeichnung und gesundheitliche Einschätzungen sachlich ein.

Was steckt in einem Energydrink? Die wichtigsten Inhaltsstoffe

Koffein ist die zentrale Substanz in jedem Energydrink. Es wirkt anregend. Der Stoff blockiert Adenosin-Rezeptoren im Gehirn, wodurch Müdigkeitssignale vorübergehend unterdrückt werden.

Taurin ist eine im Körper natürlich vorkommende Aminosulfonsäure. In Energydrinks wird sie in konzentrierter Form zugesetzt. In Deutschland ist der Gehalt auf höchstens 4.000 Milligramm pro Liter begrenzt.

Zucker liefert in klassischen Varianten einen Großteil der Kalorien einer Dose. Eine Standarddose enthält in klassischen, nicht zuckerfreien Varianten oft einen erheblichen Zuckeranteil. Dieser entspricht einem Vielfachen an Würfelzucker.

Zuckerfreie Varianten ersetzen diesen Anteil durch Süßstoffe wie Acesulfam-K oder Aspartam. Der Brennwert sinkt dadurch deutlich. Koffeingehalt und Geschmacksrichtung bleiben meist gleich.

Ergänzt wird die Rezeptur meist durch B-Vitamine wie B3, B6 und B12 sowie Säuerungsmittel wie Citronensäure, die für den charakteristischen säuerlichen Geschmack sorgen. Wer sich grundsätzlich für die Herkunft und Wirkung von Zusatzstoffen in Alltagsprodukten interessiert, findet im Beitrag zu Propylenglykol ein weiteres Beispiel aus diesem Themenfeld. Ein Mangel an diesen Vitaminen kommt bei normaler Ernährung in Deutschland selten vor. Einen zusätzlichen Energieeffekt haben sie in den zugesetzten Mengen daher kaum.

✅ Kompakt erklärt

  • Koffein, Taurin, Zucker oder Süßstoffe sowie B-Vitamine bilden das typische Grundgerüst eines Energydrinks.
  • Eine 250-ml-Dose enthält rund 80 mg Koffein, eine Tasse Filterkaffee rund 90 mg.
  • Ab mehr als 150 mg Koffein pro Liter ist ein Warnhinweis Pflicht, in Deutschland gilt eine Höchstmenge von 320 mg pro Liter.
  • Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 200 mg als Einzeldosis und bis zu 400 mg pro Tag als unbedenklich, für Schwangere und Stillende bis zu 200 mg pro Tag.

Gut zu wissen

  • Der Koffeingehalt pro 100 Milliliter variiert je nach Produkt und steht als Pflichtangabe auf der Dose.
  • Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) enthält laut Einschätzungen zu Koffeinquellen im Alltag rund 90 mg Koffein, eine 250-ml-Dose Energydrink rund 80 mg.
  • Der Pflichthinweis „Erhöhter Koffeingehalt“ steht im gleichen Sichtfeld wie der Produktname, gefolgt vom Koffeingehalt pro 100 ml.
  • Für Kinder und Jugendliche gelten 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als Orientierung.

Wie viel Koffein steckt wirklich in der Dose?

Auf jeder Dose steht der Koffeingehalt pro 100 Milliliter. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich, bevor man schnell zugreift. Der tatsächliche Wert unterscheidet sich von Marke zu Marke und sollte stets direkt am Produkt abgelesen werden.

Zum Vergleich: Eine Tasse Filterkaffee mit 200 Millilitern enthält rund 90 Milligramm Koffein, eine 250-Milliliter-Dose Energydrink rund 80 Milligramm. Bei der in Deutschland zulässigen Höchstmenge von 320 Milligramm pro Liter kommt eine 500-Milliliter-Dose auf bis zu 160 Milligramm.

Wichtig ist der Blick auf die Gesamtmenge an einem Tag, nicht nur auf eine einzelne Dose. Wer zusätzlich Kaffee, Tee oder Cola trinkt, addiert die Koffeinmengen aus allen Quellen. Das summiert sich schnell.

Für gesunde Erwachsene gelten nach den Bewertungen von EFSA und BfR bis zu 200 Milligramm als Einzeldosis und bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt als unbedenklich. Zwei 500-Milliliter-Dosen und eine Tasse Kaffee kommen zusammen bereits auf rund 410 Milligramm. Wer regelmäßig zu Energydrinks greift, behält die Tagesmenge deshalb am besten im Blick.

Nahaufnahme einer Getränkedose mit Kondenswasser auf der Oberfläche
Der Koffeingehalt pro 100 Milliliter steht als Pflichtangabe auf jeder Dose.

Rechtlicher Rahmen: Kennzeichnung und Grenzwerte in der EU

In der Europäischen Union gilt für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke eine klare Kennzeichnungspflicht. Ab mehr als 150 Milligramm Koffein pro Liter muss der Hinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen“ im gleichen Sichtfeld wie die Produktbezeichnung stehen.

Diese Regelung gilt unabhängig vom Verkaufskanal. Die Pflichtangaben gelten auch im Onlinehandel: Wer etwa Monster online kaufen möchte, findet Koffeingehalt und Warnhinweis in der Produktbeschreibung, bevor die Dose im Warenkorb landet.

Direkt auf den Hinweis folgt der Koffeingehalt in Milligramm pro 100 Milliliter. Zusätzlich gelten in Deutschland seit 2013 verbindliche Höchstmengen pro Liter: 320 Milligramm Koffein, 4.000 Milligramm Taurin, 200 Milligramm Inosit und 2.400 Milligramm Glucuronolacton.

Feste Altersgrenzen, wie sie das Jugendschutzgesetz für Alkohol vorsieht, gelten für Energydrinks nicht. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen läuft über Warnhinweis und Höchstmengen.

Person von hinten mit einer Getränkedose in einer Sporthalle
Vor dem Training kommt es vor allem auf die Koffeinmenge an.

Risikogruppen, Sport und Alkohol: Worauf es beim Konsum ankommt

Nicht jede Person reagiert gleich auf Koffein. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende gehören zu den Gruppen, bei denen besondere Vorsicht angebracht ist.

Für Kinder und Jugendliche gelten 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht als unbedenklich, bei 50 Kilogramm also rund 150 Milligramm. Eine einzige 500-Milliliter-Dose kann diesen Wert bereits erreichen. Für Schwangere und Stillende nennt die Bewertung der Europäischen Lebensmittelbehörde 200 Milligramm pro Tag als Menge, die für das Kind unbedenklich ist. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten lohnt sich eine Rückfrage beim Hausarzt, etwa im Rahmen einer Beratung online zum Arzt, statt Symptome auf eigene Faust zu deuten.

Beim Sport kommt es auf die Menge an. Bis zu 200 Milligramm Koffein gelten auch dann als unbedenklich, wenn sie weniger als zwei Stunden vor intensiver Belastung unter normalen Umgebungsbedingungen aufgenommen werden. Wer bei Hitze stark schwitzt, sollte dennoch vor allem auf ausreichend Wasser achten statt auf zusätzliche Dosen.

Bei der Mischung mit Alkohol sind die Fachstellen zurückhaltend. Die von EFSA und BfR genannten unbedenklichen Mengen gelten ausdrücklich nicht für Personen, die größere Mengen Alkohol trinken. Für Mixgetränke aus Energydrink und Spirituosen gibt es damit keine Entwarnung.

Machen Energydrinks süchtig? Eine körperliche Abhängigkeit von Koffein im klassischen Sinn gilt als unwahrscheinlich. Ein Gewöhnungseffekt mit Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen bei plötzlichem Verzicht ist jedoch dokumentiert. Wer regelmäßig hohe Mengen konsumiert und danach abrupt aufhört, kann für wenige Tage Müdigkeit oder Reizbarkeit bemerken.

Was oft gefragt wird: Energydrinks

Wieviel Zucker steckt in Erfrischungsgetränken?
Klassische koffeinhaltige Erfrischungsgetränke enthalten oft eine beträchtliche Menge Zucker pro Portion, vergleichbar mit mehreren Stück Würfelzucker. Zuckerfreie Varianten ersetzen diesen Anteil durch Süßstoffe und reduzieren den Brennwert damit deutlich, ohne den Koffeingehalt zu verändern.
Woher kommt die „Energy“?
Der Name bezieht sich auf das enthaltene Koffein, das über das Nervensystem anregend wirkt, nicht auf einen zusätzlichen Kalorien- oder Nährstoffschub. Zucker liefert zwar Energie im Sinne von Kalorien, das subjektive Wachgefühl entsteht aber überwiegend durch die stimulierende Wirkung von Koffein auf das Gehirn.
Machen Energydrinks süchtig?
Eine klassische Suchtentwicklung durch Energydrinks gilt als unwahrscheinlich, ein Gewöhnungseffekt mit milden Entzugserscheinungen ist aber möglich. Wer über längere Zeit regelmäßig hohe Koffeinmengen konsumiert, kann bei plötzlichem Verzicht vorübergehend Kopfschmerzen oder Müdigkeit erleben.
Was ist der Unterschied zu herkömmlichen Soft Drinks?
Der zentrale Unterschied liegt im gezielt hohen Koffeingehalt und dem Zusatz von Taurin, den klassische Limonaden wie Cola oder Fruchtschorlen in dieser Kombination nicht enthalten. Beide Getränkearten können ähnliche Zuckermengen aufweisen, Energydrinks unterliegen aber wegen des Koffeingehalts zusätzlichen Kennzeichnungspflichten.