Welche Haustiere gibt es? Arten, Platzbedarf und Lebenserwartung
Welche Haustiere gibt es? In deutschen Haushalten leben vor allem Katzen, Hunde, Kleinsäuger wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten und Degus, dazu Ziervögel, Zierfische, Reptilien, Amphibien und Wirbellose wie Vogelspinnen. Die Gruppen unterscheiden sich stark bei Platzbedarf, Pflegeaufwand und Lebenserwartung.
Ein kleines Tier ist nicht automatisch ein einfaches Tier. Gerade bei Nagern und Exoten unterschätzen viele, wie viel Fläche, Gesellschaft und Wissen nötig sind. Die folgende Übersicht ordnet die gängigen Arten ein und nennt die Werte, die Tierschutzorganisationen empfehlen.
✅ Das Wichtigste in Kürze
- Die Katze ist das häufigste Haustier in Deutschland, vor dem Hund und den Kleintieren.
- Kaninchen, Meerschweinchen, Degus, Ratten und Wellensittiche brauchen Artgenossen. Einzelhaltung gilt als tierschutzwidrig.
- Goldhamster sind dagegen strikte Einzelgänger und wegen ihrer Nachtaktivität nichts fürs Kinderzimmer.
- Handelsübliche Käfige sind für Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittiche fast immer zu klein.
- Reptilien und Vogelspinnen können Jahrzehnte alt werden, manche geschützte Arten sind bei der Behörde anzuzeigen.
Wie viele Haustiere leben in Deutschland?
Die jährliche Erhebung der Branchenverbände IVH und ZZF zählt für 2025 insgesamt 33,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in deutschen Haushalten. Fische und Terrarientiere kommen noch hinzu. In 43 Prozent aller Haushalte lebt mindestens ein Heimtier.
Die Rangfolge ist seit Jahren stabil. Laut der Auswertung des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe zur Heimtierpopulation 2025 gab es 15,7 Millionen Katzen, 10,0 Millionen Hunde, 4,4 Millionen Kleintiere und 3,3 Millionen Ziervögel. Dazu kamen 2,1 Millionen Aquarien, rund eine Million Gartenteiche mit Zierfischen und rund eine Million Terrarien.
Besonders verbreitet sind Tiere in Familien. Zwei von drei Familien mit Kindern halten ein Heimtier, bei Singles ist es gut jeder vierte Haushalt.
Hunde und Katzen: die großen Zeitfresser
Hund
Ein Hund bindet Sie am stärksten an einen festen Tagesablauf. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt vor, dass Hunde ausreichend Auslauf im Freien, mehrmals täglich Umgang mit ihrer Bezugsperson und regelmäßig Kontakt zu Artgenossen bekommen. Welpen bis 20 Wochen brauchen mindestens vier Stunden menschlichen Umgang pro Tag.
Der Deutsche Tierschutzbund gibt die Lebenserwartung mit etwa 8 bis 14 Jahren an, je nach Rasse und Größe. Fragen Sie vorher Ihren Vermieter. Auch die Ernährung verlangt Wissen, denn nicht alles vom Tisch ist für Hunde geeignet. Am Beispiel Obst zeigt das der Ratgeber zur Frage, ob Hunde Feigen essen dürfen.
Katze
Katzen gelten als pflegeleichter. Das stimmt nur zum Teil. Artgerecht gehalten werden sie bis zu 20 Jahre alt, und reine Wohnungskatzen langweilen sich schnell. Der Tierschutzbund rät deshalb, möglichst gleich zwei Katzen aufzunehmen, die sich verstehen. Ist ein Tier erkennbar ein Einzelgänger, bleibt es besser allein.
Bei mehreren Katzen gilt eine einfache Faustregel: eine Toilette mehr als Tiere im Haushalt. Zwei Katzen brauchen also drei Katzenklos.

Kleinsäuger: klein, aber anspruchsvoll
Auf die Frage „Welche Haustiere gibt es für Kinder?“ fällt die Antwort oft auf Kaninchen oder Meerschweinchen. Die Haltungsempfehlungen zeigen, warum das häufig schiefgeht: Die meisten Arten brauchen Gruppen, viel Fläche und mögen es nicht, hochgehoben zu werden.
Kaninchen
Zwergkaninchen werden acht bis zehn Jahre alt und zählen zoologisch nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Hasenartigen. Sie putzen sich gegenseitig, schlafen aneinandergekuschelt und warnen sich bei Gefahr. Ein einzeln gehaltenes Kaninchen leidet stark. Halten Sie mindestens zwei Tiere, ideal ist eine Gruppe aus drei bis fünf.
Zwei Kaninchen brauchen mindestens sechs Quadratmeter Grundfläche, für jedes weitere Tier kommen 20 Prozent hinzu. Ein Käfig reicht dafür nicht. Ein Meerschweinchen ist übrigens kein Ersatz für einen Artgenossen, weil beide Arten völlig unterschiedlich kommunizieren.
Meerschweinchen
Meerschweinchen leben sechs bis acht Jahre. Der Deutsche Tierschutzbund schließt Einzelhaltung bei Meerschweinchen aus und empfiehlt mindestens drei Tiere, etwa einen kastrierten Bock mit zwei Weibchen. Für zwei bis vier Tiere sind drinnen mindestens zwei Quadratmeter nötig, pro weiterem Tier ein halber Quadratmeter mehr.
Unterschätzt wird oft das Geld. Der Tierschutzbund rechnet für zwei Meerschweinchen über acht Jahre mit mindestens 7.000 Euro, Tierarztkosten nicht eingerechnet.
Hamster, Ratten und Degus
Der Goldhamster ist die Ausnahme unter den Kleinsäugern. Er lebt strikt allein. Tagsüber schläft er, aktiv wird er erst in der Dämmerung. Sein Gehege sollte mindestens einen Quadratmeter Grundfläche und 70 Zentimeter Höhe haben, damit eine hohe Einstreuschicht zum Graben passt. Er wird nur zwei bis drei Jahre alt. Der frühe Tod kann Kinder stark belasten.
Ratten gehören in Gruppen mit gemischter Altersstruktur. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) nennt für bis zu drei Ratten einen Käfig von mindestens 100 × 50 × 100 Zentimetern mit festen Etagen. Sie werden zwei bis vier Jahre alt. Kinder unter zehn Jahren sollten sie laut TVT nur unter Aufsicht pflegen.
Degus werden vier bis sechs, selten bis zehn Jahre alt und brauchen mindestens einen Partner, besser drei bis fünf Artgenossen. Die TVT empfiehlt für zwei bis vier Tiere zwei, besser drei Quadratmeter nutzbare Fläche, verteilt auf mehrere Etagen.
Vögel und Fische
Wellensittiche und andere Ziervögel
Wellensittiche leben in der Natur in Schwärmen und können bis zu 15 Jahre alt werden. Der Tierschutzbund empfiehlt vier oder mehr Vögel, mindestens aber ein Paar. Einzelhaltung bezeichnet er als tierschutzwidrig.
Standardkäfige reichen nicht. Für zwei bis sechs Vögel sollte die Voliere mindestens zwei Meter lang, einen Meter breit und zwei Meter hoch sein, ergänzt durch täglichen Freiflug in einem gesicherten Zimmer. Kanarienvögel, Nymphensittiche oder Zebrafinken haben eigene Ansprüche und gehören nicht einfach mit in die Wellensittich-Voliere.
Zierfische
Ein Aquarium wirkt pflegeleicht, verlangt aber regelmäßige Wasserpflege und Wissen über Wasserwerte. Die TVT verweist auf ein Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das 54 Liter als Mindestgröße für die Fischhaltung nennt. Selbst damit haben Neulinge nach Erfahrung der TVT oft Mühe, die Werte stabil zu halten. Ein größeres Becken verzeiht mehr Fehler. Wie alt Fische werden und wie viele zusammen leben sollten, hängt komplett von der Art ab.

Reptilien, Amphibien und Wirbellose
Terrarientiere faszinieren, sind aber Wildtiere mit sehr speziellen Bedürfnissen. Sie brauchen je nach Art unterschiedliche Temperaturzonen, passende Beleuchtung sowie die richtige Luft- und Bodenfeuchte. Dafür braucht es Technik. Und Strom, oft viel davon.
Viele Halter unterschätzen außerdem die Lebensdauer. In seiner Einschätzung zur Reptilienhaltung nennt der Tierschutzbund Leopardgeckos, die weit über 20 Jahre alt werden, und Griechische Landschildkröten mit bis zu 80 Jahren. Spezialisierte Tierarztpraxen sind nicht überall erreichbar. Manche Arten fressen lebende Futtertiere, und Reptilien können Salmonellen übertragen. Jedes Jahr nehmen Tierheime über 6.000 abgegebene Reptilien auf.
Bei Wirbellosen sind Vogelspinnen am bekanntesten. Weibchen erreichen laut TVT je nach Art 4 bis 30 Jahre, Männchen leben nach der Reifehäutung nur noch etwa ein Jahr. Als Faustmaß für das Terrarium gilt die dreifache Beinspannweite in Länge und Breite. Für Amphibien wie den Axolotl hat die TVT ebenfalls eigene Haltungsmerkblätter veröffentlicht.
Haustiere im Vergleich
Die Tabelle fasst die Empfehlungen von Tierschutzbund und TVT zusammen. Die Spalte zur Eignung beschreibt, wie viel Vorwissen und Aufwand die Haltung erfordert.
| Tier | Lebenserwartung | Platzbedarf | Eignung für Anfänger |
|---|---|---|---|
| Hund | ca. 8–14 Jahre | rasseabhängig, täglich Auslauf im Freien | mit viel Zeit und Erziehungsbereitschaft |
| Katze | bis 20 Jahre | Wohnung mit Beschäftigung oder Freigang | gut, Wohnungskatzen möglichst zu zweit |
| Zwergkaninchen | 8–10 Jahre | mind. 6 m² für 2 Tiere | mittel, nur in der Gruppe |
| Meerschweinchen | 6–8 Jahre | mind. 2 m² für 2–4 Tiere (innen) | mittel, mindestens 3 Tiere |
| Goldhamster | 2–3 Jahre | mind. 1 m², 70 cm hoch | nicht für Kinder, da nachtaktiv |
| Ratte | 2–4 Jahre | mind. 100 × 50 × 100 cm für bis zu 3 Tiere | gut für Erwachsene, nur in der Gruppe |
| Degu | 4–6, selten bis 10 Jahre | 2–3 m² für 2–4 Tiere | mittel, mindestens zu zweit |
| Wellensittich | bis 15 Jahre | Voliere 2 × 1 × 2 m plus Freiflug | mittel, mindestens ein Paar |
| Zierfische | artabhängig | Aquarium ab 54 Liter | mit Einarbeitung in Wasserwerte |
| Leopardgecko | weit über 20 Jahre | beheiztes Terrarium | nur mit Fachwissen |
| Vogelspinne | 4–30 Jahre (Weibchen) | Terrarium ca. 3× Beinspannweite | nur mit Fachwissen |
Exoten: Was rechtlich gilt
Für Reptilien, Amphibien, exotische Säuger oder Spinnentiere brauchen Käufer in Deutschland keinen Sachkundenachweis. Ob gefährliche Tiere wie Giftschlangen privat gehalten werden dürfen, regeln die Bundesländer unterschiedlich.
Strenger wird es bei geschützten Arten. Nach § 7 der Bundesartenschutzverordnung darf Wirbeltiere besonders geschützter Arten nur halten, wer zuverlässig ist, ausreichende Kenntnisse hat und ausbruchsichere Einrichtungen besitzt. Den Bestand sowie jeden Zu- und Abgang müssen Halter der zuständigen Landesbehörde unverzüglich schriftlich melden, ausgenommen sind nur die Arten aus Anlage 5 der Verordnung. Fragen Sie vor dem Kauf eines Exoten deshalb beim Verkäufer nach dem Schutzstatus und der Herkunft des Tieres.
Welche Haustiere gibt es also ohne solche Behördenwege? Hund, Katze, Kaninchen und Meerschweinchen sind Haustierformen, für die diese Anzeigepflicht nicht gilt. Bei ihnen kommt es auf Platz, Zeit und Gesellschaft an.
Häufig gestellte Fragen: Welche Haustiere gibt es

