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Was ist ein Gaming Hub? Samsungs Cloud-Gaming am TV erklärt

Was ist ein Gaming Hub? Meist ist der Samsung Gaming Hub gemeint: eine kostenlose Plattform auf Samsung-Fernsehern und -Monitoren, die Cloud-Gaming-Dienste wie Xbox, GeForce NOW und Amazon Luna bündelt. Die Spiele laufen auf Servern im Rechenzentrum, Ihr Bildschirm zeigt nur den Stream.

Daneben trägt auch eine Smartphone-App von Samsung diesen Namen, und im Hardware-Handel taucht der Begriff für USB-Verteiler auf. Hier erfahren Sie, was hinter den einzelnen Bedeutungen steckt und was Sie für das Spielen am Fernseher brauchen.

✅ Das Wichtigste in Kürze

  • Der Samsung Gaming Hub ist auf Samsung Smart TVs ab Modelljahr 2022 sowie auf ausgewählten Monitoren und Projektoren verfügbar.
  • Die Plattform selbst kostet nichts. Für die meisten Spiele brauchen Sie aber ein Abo beim jeweiligen Streaming-Dienst.
  • Eine Konsole oder ein Gaming-PC ist nicht nötig, wohl aber ein Controller per Bluetooth oder USB.
  • Für flüssiges Streaming in Full HD nennen Microsoft und NVIDIA 20 bis 25 Mbit/s als Untergrenze.
  • Auf Galaxy-Smartphones ist der Gaming Hub dagegen eine App, die installierte Handyspiele sortiert und Leistungseinstellungen bündelt.

Samsung Gaming Hub: Spielen ohne Konsole

Klassisch funktioniert Gaming so: Die Konsole oder der PC berechnet jedes Bild selbst und schickt es per HDMI an den Fernseher. Beim Gaming Hub fällt dieses Gerät weg. Das Spiel läuft auf einem Server des Anbieters, der Fernseher empfängt nur noch das Videobild und schickt Ihre Controller-Eingaben zurück. Das klingt nach Verzögerung, und tatsächlich hängt das Erlebnis stark an der Verbindung. Bei einer stabilen Leitung merken viele Spieler aber kaum einen Unterschied zur Konsole, zumindest bei Abenteuer-, Sport- und Rennspielen.

Samsung hat den Hub 2022 eingeführt und ihn direkt ins Menü der Smart TVs integriert. Statt jede Streaming-App einzeln zu suchen, finden Sie die Dienste gebündelt in einer eigenen Spiele-Ansicht. Laut der offiziellen Gaming-Hub-Seite von Samsung ist die Plattform auf allen Smart TVs ab Modelljahr 2022 sowie auf ausgewählten Smart-Monitoren und Projektoren verfügbar, und ihre Nutzung ist komplett kostenlos.

Ein Samsung-Konto ist nach Herstellerangabe nicht Pflicht. Samsung empfiehlt es trotzdem.

Welche Dienste stecken drin?

Samsung nennt aktuell sieben Partner: Xbox, NVIDIA GeForce NOW, Amazon Luna, Utomik, Antstream Arcade, Blacknut Cloud Gaming und Boosteroid. Die Dienste unterscheiden sich deutlich. Einige streamen Spiele, die Sie bereits auf Steam oder Epic gekauft haben. Andere bieten einen festen Katalog im Abo, und Antstream setzt laut Samsung auf rund 1.300 klassische Spiele.

Wichtig: Kostenlos ist nur der Hub als Oberfläche. Wer etwa Xbox-Spiele streamen will, braucht ein Abo bei Microsoft. Die folgende Übersicht zeigt die bekanntesten Dienste mit den Angaben, die die Anbieter selbst machen (Stand Oktober 2026).

Dienst Abo nötig? Besonderheit
Xbox Cloud Gaming Ja, Game Pass Essential, Premium oder Ultimate Cloud-Gaming ist in allen drei Stufen enthalten, beste Bildqualität und kürzeste Wartezeiten nur mit Ultimate
NVIDIA GeForce NOW Premium-Mitgliedschaft oder 24-Stunden-Tagespass Streamt Spiele aus verknüpften Stores wie Steam, Epic und Xbox; 4K am Smart TV nur mit Ultimate
Amazon Luna Amazon Prime für eine wechselnde Spieleauswahl Titel rotieren und können wieder aus dem Katalog verschwinden
Boosteroid Ja, ab 7,49 € im Monat bei Jahresabo Für bereits gekaufte Spiele, Sitzungen ohne Zeitlimit

Gerade bei Luna lohnt ein Blick in die aktuelle Auswahl, denn Amazon tauscht die Prime-Spiele monatlich aus. Bei GeForce NOW spielen Sie dagegen Ihre eigene Bibliothek. Ein Spiel, das Sie nicht besitzen, startet dort nicht.

Was ist mit älteren Fernsehern?

Für Samsung-TVs aus 2020 und 2021 gibt es den Hub in seiner vollen Form nicht. Samsung verweist bei diesen Geräten auf einzelne Streaming-Apps im App-Store des Fernsehers. Microsoft gibt auf seiner Seite zum Xbox-Streaming auf Fernsehern an, dass die Xbox-App auf Samsung Smart TVs ab Jahrgang 2020 läuft. Prüfen Sie am besten im Menü Ihres Geräts, welche Apps angeboten werden.

Hände halten einen Controller vor einem dunklen Fernseher, von hinten fotografiert
Viele Bluetooth-Controller wie Xbox- oder PlayStation-Gamepads lassen sich direkt mit dem Fernseher koppeln.

Was Sie zum Spielen am Fernseher brauchen

Drei Dinge: einen passenden Bildschirm, einen Controller und eine schnelle Leitung. Beim Bildschirm ist die Sache mit dem Modelljahr erledigt. Spannender sind die beiden anderen Punkte.

Controller und Zubehör

Samsung verlangt einen Controller, der Bluetooth oder USB 2.0 unterstützt. Auf der Kompatibilitätsliste stehen unter anderem die Xbox-Controller der Generationen Series X|S, One und 360, der Elite Series 2 und der Adaptive Controller. Dazu kommen Sonys DualShock 4 und DualSense, der Luna-Controller, Modelle von Logitech (F310, F510, F710) und einige Geräte von PowerA, PDP und Joytron. Tastatur, Maus und Headset lassen sich ebenfalls anschließen.

Eine PlayStation-Konsole brauchen Sie für den DualSense nicht. Er wird einfach per Bluetooth mit dem Fernseher gekoppelt.

Internet: Bandbreite und Router

Hier entscheidet sich, ob Cloud-Gaming Spaß macht. NVIDIA nennt in seinen Systemanforderungen für GeForce NOW für Smart TVs folgende Mindestwerte: 15 Mbit/s für 720p, 25 Mbit/s für 1080p und 40 Mbit/s für 4K, jeweils bei 60 Bildern pro Sekunde. Für 4K mit 120 Bildern pro Sekunde sind es 45 Mbit/s. Die Latenz zum nächsten NVIDIA-Rechenzentrum soll unter 80 Millisekunden liegen.

Microsoft empfiehlt für Xbox Cloud Gaming mindestens 20 Mbit/s.

Beide Anbieter raten zum Netzwerkkabel oder zu WLAN im 5-GHz-Band. Das 2,4-GHz-Netz ist oft überlastet, vor allem in Mehrfamilienhäusern, und Schwankungen sehen Sie sofort als Ruckler oder unscharfes Bild. Steht der Router in einem anderen Raum, kann ein LAN-Kabel oder ein Mesh-System mehr bringen als ein teurerer Tarif. Und wenn parallel jemand im Haushalt große Downloads startet, leidet der Stream spürbar.

Cloud-Gaming statt neuer Hardware?

Der größte Reiz des Gaming Hubs liegt in der Rechnung. Eine aktuelle Konsole oder ein spieletauglicher PC kostet mehrere hundert Euro, beim Hub zahlen Sie nur das Abo. Weil die Grafik im Rechenzentrum berechnet wird, spielt die Leistung Ihres eigenen Geräts kaum eine Rolle. Wer gerade überlegt, den eigenen Rechner aufzurüsten, sollte deshalb ehrlich abwägen: Für gelegentliches Spielen am Fernseher kann ein Streaming-Abo günstiger sein als der Kauf eines neuen Gaming-Prozessors.

Es gibt aber Grenzen. Bei schnellen Shootern und Kampfspielen fällt die Verzögerung eher auf als bei ruhigeren Titeln. Ohne Internet geht gar nichts. Und bei Abo-Katalogen besitzen Sie die Spiele nicht, sondern leihen sie, solange sie im Angebot sind. Wer viel und kompetitiv spielt, bleibt meist bei eigener Hardware.

WLAN-Router mit leuchtenden LEDs auf einem hellen Sideboard
Für ruckelfreies Cloud-Gaming empfehlen die Anbieter ein Netzwerkkabel oder WLAN im 5-GHz-Band.

Gaming Hub auf dem Galaxy-Smartphone

Auf Samsungs Handys und Tablets meint der Begriff etwas anderes. Dort ist der Gaming Hub eine vorinstallierte App, die alle heruntergeladenen Spiele an einem Ort sammelt. Laut Samsungs Support-Seite zum Gaming Hub zeigt sie Spielzeiten an, verwaltet Spiel-Benachrichtigungen und bietet einen Game Booster für Leistungseinstellungen. Eine Stummschaltung nur für den Spielton gehört ebenfalls dazu.

Mit den sogenannten Sofortspielen starten Sie kleinere Titel mit einem Klick, ohne sie vorher zu installieren. Ein Samsung-Konto ist auch hier keine Voraussetzung. Die Adresse der Support-Seite trägt übrigens noch den alten Namen der App: Game Launcher.

Andere Bedeutungen des Begriffs

Außerhalb der Samsung-Welt ist „Gaming Hub“ kein geschützter Name. Händler nennen damit etwa USB-Hubs, die Maus, Tastatur, Headset und Controller an einem PC bündeln, oft mit beleuchtetem Gehäuse. Technisch ist das ein normaler USB-Verteiler. Achten Sie dort eher auf die USB-Version und eine eigene Stromversorgung als auf das Etikett.

Daneben bezeichnen Spieleplattformen und Communitys ihre Startseiten gern als Hub, also als zentrale Anlaufstelle für Bibliothek, Freunde und News. Fragt jemand im Wohnzimmer-Kontext, was ist ein Gaming Hub, ist aber fast immer die Samsung-Plattform gemeint.

Häufig gestellte Fragen: Was ist ein Gaming Hub

Kann ich den Samsung Gaming Hub auf einem Fernseher eines anderen Herstellers installieren?
Nein, der Gaming Hub ist fest in das Betriebssystem der Samsung-Geräte eingebaut. Auf Fernsehern anderer Marken können Sie aber oft einzelne Apps wie Xbox oder GeForce NOW direkt aus dem jeweiligen App-Store laden.
Laufen meine Spielstände von der Konsole auch im Gaming Hub weiter?
Bei Xbox Cloud Gaming werden Spielstände vieler Titel über das Microsoft-Konto in der Cloud gesichert, sodass Sie an Konsole und Fernseher weiterspielen können. Ob das für ein bestimmtes Spiel klappt, hängt davon ab, ob der Titel Cloud-Speicherstände unterstützt.
Verbraucht Cloud-Gaming viel Datenvolumen?
Ja, ein Stream in Full HD überträgt in einer Stunde schnell mehrere Gigabyte. Für Festnetzanschlüsse mit Flatrate ist das unproblematisch, bei mobilen Hotspots mit begrenztem Volumen ist das Inklusivvolumen dagegen schnell aufgebraucht.
Funktioniert der Gaming Hub auch ohne Internetverbindung?
Nein, Samsung nennt eine Internetverbindung ausdrücklich als Voraussetzung. Da alle Spiele im Rechenzentrum laufen, bricht der Stream ab, sobald die Leitung ausfällt, und auch der Spielstand hängt dann am letzten Speicherpunkt.