Digitalisierung

Große Dateien kostenlos versenden: WeTransfer, SwissTransfer und Filemail im Vergleich

Große Dateien kostenlos versenden scheitert an einer simplen Hürde: E-Mail-Anhänge sind bei allen gängigen Anbietern auf wenige Megabyte begrenzt. Gmail akzeptiert Anhänge bis 25 MB, alles darüber ersetzt Google automatisch durch einen Google-Drive-Link. Bei anderen Mail-Anbietern liegen die Obergrenzen ähnlich, durchweg im zweistelligen Megabyte-Bereich. Wer ein Rohvideo, ein Fotoprojekt oder eine CAD-Datei verschicken möchte, braucht einen anderen Weg.

Dedizierte Transfer-Dienste schließen diese Lücke. Aber das Wort „kostenlos“ täuscht schnell. Die entscheidenden Einschränkungen sind nicht nur die Dateigröße, sondern auch Monatsvolumen, Transfer-Anzahl, Link-Ablauffristen und die Frage, ob ein Konto nötig ist. Wer das übersieht, wählt möglicherweise den falschen Dienst.

Warum die E-Mail-Grenze so hartnäckig bleibt

Mail-Server waren nie für Dateitransport konzipiert. Anhänge werden Base64-kodiert: Binärdaten werden in reinen Text umgewandelt, damit das SMTP-Protokoll sie transportieren kann. Dabei wächst die Datenmenge spürbar an. Spam-Filter, Speicherlimits und Server-Timeouts verstärken das Problem.

Gmail setzt die Grenze bei 25 MB — das ist die dokumentierte Anhang-Obergrenze. Wird sie überschritten, fügt Gmail automatisch einen Google-Drive-Link ein, vorausgesetzt, die Datei ist im persönlichen Drive-Konto vorhanden. Bei Firmen- oder Schulkonten legt die Administration eigene Grenzen fest. Für andere Mail-Anbieter gilt: Genaue Zahlen variieren je nach Anbieter und Tarif, liegen aber stets im zweistelligen Megabyte-Bereich.

Kurz zusammengefasst

  • E-Mail-Anhänge scheitern bei Gigabyte-Dateien: Alle Anbieter begrenzen im zweistelligen Megabyte-Bereich.
  • Kostenlose Transfer-Dienste unterscheiden sich in Dateigröße, Monatsvolumen, Transfer-Anzahl und Link-Ablauffristen.
  • SwissTransfer erlaubt bis zu 50 GB pro Transfer ohne Konto-Registrierung (Stand: 2026).
  • WeTransfer führte im Juli 2025 weitreichende Nutzungsrechte an hochgeladenen Inhalten ein und zog die Klausel nach öffentlicher Kritik zurück.
  • Bei vertraulichen Dateien lohnt ein Blick auf Serverstandort und Passwortschutz, nicht nur auf das GB-Limit.
Netzwerk-Patchfeld mit bunten Ethernet-Kabeln in einem Serverraum
Dedizierte Infrastruktur: Transfer-Dienste nutzen Rechenzentren statt E-Mail-Server für die Online-Dateiübertragung.

WeTransfer im kostenlosen Tarif — was das Monatsbudget bedeutet

WeTransfer ist der bekannteste Name im kostenlosen Dateitransfer. Im kostenlosen Tarif gilt kein festes „pro Transfer“-Limit, sondern ein rollierendes Monatsbudget.

Konkret: Innerhalb eines rollierenden 30-Tage-Fensters sind maximal 10 Transfers und insgesamt 3 GB Gesamtvolumen erlaubt, in den offiziellen Tarif-Grenzen dokumentiert (Stand: 2026). Es greift, was zuerst ausgeschöpft ist. Wer zehn kleine Transfers macht, hat sein Kontingent aufgebraucht, auch wenn das Volumen noch nicht erreicht ist. „Rollierend“ bedeutet: Das Fenster bezieht sich auf die letzten 30 Tage, nicht auf den Kalendermonat. Volumen wird wieder frei, sobald ältere Transfers aus diesem Zeitraum herausfallen.

Der Absender benötigt ein kostenloses WeTransfer-Konto, der Empfänger keins. Download-Links laufen nach maximal 3 Tagen ab. Wer kurze Ablauffristen vergisst, riskiert, dass der Empfänger ins Leere klickt.

Externe Festplatte und USB-Stick auf einem Holztisch
Lokale Speicher als Alternative: Externe Festplatten eignen sich für regelmäßige Transfers großer Datenmengen vor Ort.

SwissTransfer — 50 GB ohne Konto, Serverstandort Schweiz

SwissTransfer vom Schweizer Anbieter Infomaniak bietet das höchste kostenlose Transfer-Limit der hier geprüften Dienste: 50 GB pro Übertragung, ohne Konto-Registrierung (Stand: 2026).

Der Absender bestätigt einmalig pro Gerät seine E-Mail-Adresse, wählt die Dateien aus und erhält einen Download-Link. Passwortschutz ist kostenlos möglich und lässt sich direkt beim Erstellen aktivieren. Die Dateien werden auf den Speicherservern des Anbieters verschlüsselt und in dessen Rechenzentren in der Schweiz verarbeitet.

Zur Ablauffrist: Dateien werden nach 15 Tagen automatisch gelöscht. Am 12. Tag schickt der Dienst dem Absender eine E-Mail mit der Möglichkeit, die Frist auf 30 Tage zu verlängern. Dieses Angebot ist 3 Tage lang abrufbar. Bei einem Sammel-Download aller Dateien erzeugt der Dienst eine ZIP-Datei; übersteigt diese 10 GB, müssen die Dateien einzeln heruntergeladen werden.

ℹ️ Gut zu wissen

  • Gmail ersetzt Anhänge über 25 MB automatisch durch einen Google-Drive-Link; andere Mail-Anbieter begrenzen ebenfalls im zweistelligen Megabyte-Bereich.
  • WeTransfer (kostenlos, Stand 2026): maximal 10 Transfers und 3 GB Gesamtvolumen in einem rollierenden 30-Tage-Fenster, Download-Links laufen nach 3 Tagen ab.
  • SwissTransfer: bis 50 GB pro Transfer kostenlos, Dateien nach 15 Tagen gelöscht (Verlängerung auf 30 Tage per E-Mail möglich), Serverstandort Schweiz.
  • Filemail (kostenlos, Stand 2026): bis 5 GB ohne Konto, maximal 2 Transfers pro 24 Stunden, Dateien nach 7 Tagen nicht mehr verfügbar.
  • WeTransfer zog im Juli 2025 eine Klausel zurück, die KI-Training mit hochgeladenen Inhalten erlaubt hätte (Quelle: heise online, 2025).

Filemail ohne Konto — und wo die tägliche Grenze liegt

Filemail erlaubt im kostenlosen Bereich Transfers bis 5 GB ohne Konto-Registrierung. Maximal 2 Transfers sind innerhalb von 24 Stunden möglich. Die Download-Anzahl pro Link ist nicht begrenzt, mehrere Empfänger können denselben Download-Link also mehrfach nutzen. Nach 7 Tagen stehen die Dateien nicht mehr zum Abruf bereit.

Für gelegentliche Einzeltransfers ohne Anmeldepflicht ist Filemail eine praktikable Wahl. Wer täglich oder wöchentlich Dateien versendet, stößt rasch an die Grenze von zwei Transfers pro Tag.

Bei vertraulichen Inhalten gilt bei allen Transfer-Diensten: Ein Blick auf die Nutzungsbedingungen ist sinnvoll, bevor sensible Dokumente hochgeladen werden. Das gilt umso mehr, seit Klauseln zu weitreichenden Nutzungsrechten öffentlich für Aufmerksamkeit sorgten.

Person von hinten am Laptop in einem hellen Homeoffice
Transfer-Dienste funktionieren browserbasiert und ohne Software-Installation.

Die vier Grenzdimensionen eines kostenlosen Dateiuploads

Kostenlose File-Sharing-Dienste sind über vier Dimensionen begrenzt, nicht allein über die Dateigröße. Das ist der Kern, den die meisten Kurzvergleiche übergehen.

Erstens: das Gesamt-Volumen pro Zeitraum. WeTransfer erlaubt 3 GB im 30-Tage-Fenster. Zweitens: die Anzahl der Transfers. Bei WeTransfer sind es 10 pro 30 Tage, bei Filemail nur 2 pro 24 Stunden. Drittens: die Ablauffrist des Links. 3 Tage (WeTransfer), 7 Tage (Filemail) oder 15 Tage (SwissTransfer). Viertens: die Konto-Pflicht. SwissTransfer und Filemail kommen ohne Registrierung aus; WeTransfer verlangt ein kostenloses Konto vom Absender.

WeTransfer räumte sich im Juli 2025 weitreichende Rechte an hochgeladenen Inhalten ein, ausdrücklich auch für das Training von KI-Modellen und für die Vermarktung. Nach massiver Kritik zog das Unternehmen die Klausel zurück. In den aktuellen Bedingungen ist von KI-Training keine Rede mehr; WeTransfer erklärt, keine KI zur Verarbeitung der Inhalte einzusetzen und Inhalte nicht an Dritte zu verkaufen. Bei vertraulichen Dateien bleibt ein Blick in die Nutzungsbedingungen sinnvoll, ebenso wie die Wahl eines Anbieters mit bekanntem Serverstandort und optionalem Passwortschutz.

Große Dateien kostenlos versenden — Dienste im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die geprüften Dienste nach ihren tatsächlichen Grenzen zusammen (Stand: 2026). Preise für Bezahltarife sind nicht aufgeführt, da sie sich regelmäßig ändern.

Dienst Max. Dateigröße Kontingent / Zeitraum Link-Ablauf Konto nötig Passwortschutz Serverstandort
WeTransfer (kostenlos) 3 GB Gesamtvolumen / 30 Tage 10 Transfers / 30 Tage 3 Tage Ja (Absender) k. A. k. A.
SwissTransfer 50 GB pro Transfer keine Begrenzung angegeben 15 Tage (verlängerbar auf 30) Nein Ja Schweiz
Filemail (kostenlos) 5 GB pro Transfer 2 Transfers / 24 Stunden 7 Tage Nein k. A. k. A.
Gmail (E-Mail-Anhang) 25 MB (dann Drive-Link) kein Transfer-Limit k. A. Ja k. A. k. A.

Große Dateien kostenlos versenden gelingt mit dem richtigen Dienst problemlos — entscheidend ist, welche der vier Grenzdimensionen im eigenen Anwendungsfall zuerst relevant wird.